Ein Segelerlebnis der besonderen Art- oder, man muss auch mal Glück haben!

Nach dem 3. Segelsommer mit SK 22 S207  'Rival sexy Sk'  kann man sagen,dass Rival mit ihrer Besatzung u. dem Skipper
zusammen gewachsen ist. Das optimale Segeltragevermögen von der Kreuzfock bis zu den Genua's, dem Spi, Reff ins Gross oder nicht, kann einigermassen beurteilt werden...Natürlich auch mit Rücksicht auf mittlerweile  77 Jahre, die sie jetzt auf dem Buckel hat. Da ja in 2 Wintern gewerkelt und refittet wurde, über neue Kielbolzen, neuem Totholz,neuen Wrangen, auch Spanten,neuen Rüsteisen und neuen Mastbeschlägen , ist sie fast jungfräulich auferstanden. Also kann man der leicht älteren Dame durchaus auch mal etwas mehr zumuten....

Freundeskeis Klassischer Yachten, Laboe,  , Freitag   Ost,  5Bft, up and down :
Die erste Wettfahrt der up and down's am Freitag wurde zweihand mit einem Gast höchst motiviert angegangen: mit einem perfekten Start. So perfekt und motiviert, dass man erst nach ca. 5 Min.feststellte :   Eine Startgruppe zu früh !!!   Moin,   also zurück und das Feld von hinten aufrollen...letzte wurden wir nicht....auf die 2.Wettfahrt wurde zu Gunsten des besonderen Flairs in Laboe verzichtet.

German classic's ,   Samstag  Ost,  5-6-7 Bft.
während wir am Freitag noch ungerefft unterwegs waren,war jetzt ein Reff angesagt, dazu die Kreuzfock mit 100%.
Es wehte mächtig aus Ost, zum Glück mit einer langen, sich auch brechenden Welle.  Also Welle rauf, Welle runter...gut steuern...
und vor allen Dingen, in der richtigen Gruppe starten...dies gelang ziemlich gut und Rival zeigte ihre Starkwindstärke.
Ca. 1 sm vor der Tonne ' Stollergrund S'  überraschend auf Steuerbordbug segelnder Gegenverkehr. Ein grösseres 9KR Schiff mit vielleicht 6 Mann (Frau) auf der Kante kam uns luvwärts kreuzend entgegen, weit weg von den anderen Schiffen dieser Gruppe.
Für mich als Skipper war klar,dass dieses Schiff wegwenden muss und wird! 
Aber-  offenbar hatte man uns als Vorfahrtsschiff nicht gesehen, oder von der Kante wurde unsere Position nicht an den Skipper
weitergegeben-  oder aber vielleicht hoffte man, es wird schon passen...
Wenig später gab es auf Rival keine Windex mehr, abrasiert von dem 9KR Schiff ! Meine letzte Wahrnehmung vor dem Crash
war, dass das andere Schiff auf und durch eine überaus hohe Welle mehrere ,viele Meter nach Lee versetzt wurde, auf uns drauf...
Rival geriet kurz in den Windschatten, richtete sich auf..das andere Schiff bekam einen zusätzlichen Drücker, krängte besonders stark,und es passte wie ein Sechser im Lotto :  die Windex war weg .Und kein Schaden auf dem anderen Boot, man hatte die Berührung nicht einmal bemerkt....
Nach diesem Schock war nur noch das Segelgefühl für die weitere Kreuz gefragt. Kurz vor der letzten Luvtonne, einige Meilen weiter,  brach dann der Block des Bb-Backstags. Wieder 'ne Schrecksekunde : wat nu? weiter?  Blitzwende, anderere Bug, leider weg vom angepeiltem Ziel, repariert, weiter...zurück auf den richtigen Kurs...
Und : die frühgestartete 22 S272 Tricksonita hatte ihren Fehler aus dem Frühstart korrigiert und hatte uns ! Mit 4 Mann (Frau) Besatzung, mit ungerefftem Gross und mittlerer Genua zog sie kreuzend vorbei. Gut gesegelt !  Auf den letzten Meilen des Halb-u.Raumganges gab es für Rival keine Chance der Annäherung.
Die Tricksonita war exact eine Minute vor uns im Ziel, in der Endabrechnung schob sich noch die Kr 314 Smilla vor uns auf den 2. Platz. Es war ein enges Race !
Wir sind und waren froh und glücklich aus dieser doch anspruchsvollen Wettfahrt so gimpflich heraus gekommen zu sein. Der geringe Schaden wurde anständig geregelt, danke dem Skipper .Und : es hätte schlimmer kommen können, viel schlimmer...  

Über diese besondere Wettfahrt wurde jetzt in der schwedischen 'Skärga°rdskryssaren' berichtet.Jedoch die von Lars Nordlund 
erwähnten 5 Min.Vorsprung der Tricksonita auf die folgenden Boote sind nach diesem Kampf nicht richtig wiedergegeben.

Mein Fazit:  ' Skärga°rdskrysarre reva man inte' , so die Worte und die Meinung von dem schwedischen Voreigner Kurre Lundgren meiner Sk 40 S19 Aurora teile ich nicht. Aurora wird ,wenn es erforderlich ist, mit 2 Reffs gesegelt, Rival mit einem Reff.

      Das jedoch die Schären 'ne Menge Wind' abkönnen, wurde von der Tricksonita eindrucksvoll bewiesen. 


Die Veranstaltung vom FKY in Laboe war wie immer grosse Klasse,ein herzliches ' Tack sa° mycket' dafür !
Sie wird ob der ' besonderen ' Erlebnisse in Erinnerung bleiben und ganz sicher Bestand haben.

.....der Ostwind hielt weiter an,erst am Mittwoch kehrte Rival mit Südwind sicher nach Lemkenhafen zurück.

                                                                                                                                            Georg Milz