Lotus Scandinavia – G1 "Charly“

 

Der Touren Schärenkreuzer vom Typ Lotus Scandinavia ist die Weiterentwicklung eines klassischen Schärenkreuzers, der Harry Becker-Konstruktion Flamingo (1955) und „Roter Baron“ von 1969. Dieser 22er wurde Anfang der siebziger Jahre von Ludwik Zienkiewicz im westschwedischen Uddevalla zur Lotus überarbeitet.

 

Die Merkmale: Pflegeleichtes GfK, moderner Lateralplan mit Flossenkiel und  separatem, Skeg-geführtem Ruder, angehobener Freibord, gestreckter Aufbau, passable Bückhöhe unter Deck, sechs Kojen, Mittelplicht, Achterkajüte, voluminöses Achterschiff zur raschen Verlängerung der effektiven Wasserlinie. Die sehr schlanke Linie des klassischen Schärenkreuzers mit ganzen 2,15 m Breite wurde beibehalten.

 

Das Boot wurde bei Gullmarn Marin in westschwedischen Fiskebäckskil gebaut und unternahm im Besitz des ersten deutschen Eigners 1975 – 79 einige schnell gesegelte Sommertörns. Von Travemünde nach Stavanger und zurück, nach Oslo oder zum finnischen Turku. Dabei wurde die Strecke Großenbrode – Mariehamn/Aalandsinseln in 3 Tagen nonstop absolviert. Die Passage des Skagerrak und die Umrundung der ungeschützten Nordseeküste Südnorwegens waren mit diesem Boot ohne Seereling und al gusto funktionierendem Außenborder abenteuerlich.

 

In den Händen des zweiten Eigners war das Boot dann eine Weile in Travemünde stationiert, bis es von Georg Milz übernommen, „oh Charly“ getauft und bis 2010 von Lemkenhafen aus aktiv gesegelt wurde.

 

Nach einem weiteren Eignerwechsel und einer jüngsten Standzeit von 4 Jahren gehört die Charly seit dem 11. August 2018 Jürgen Pauleweit vom SVLF. Vier Schotten , verantwortlich für die Kraftaufnahme des Riggs, wurden aus unerfindlichen Gründen vom Voreigner herausgesägt. Der Refit  konzentriert sich zunächst auf die Wiederherstellung der Steifigkeit um die Längsachse, bevor mit den Arbeiten an Rigg, Elektrik, Elektronik, Deck, Inneneinrichtung weitergemacht werden kann.

 

Zwischenzeitlich hat sich herausgestellt, dass öliges Bilgenwasser in den 4 Jahren Standzeit sowohl den Schiffsdiesel, als auch die Holzeinrichtung unrettbar zerstört hat.

 

Dauer des Refits nunmehr mindestens ein 1 Jahr.

 

Länge 11,97 m, Breite 2,15 m, Tiefgang 1,50 m, Verdrängung etwa 3 t, Segelfläche nominell 30 qm, mit Groß und Genua I 45 qm.

 

Ein agiles, schnelles Boot und großer Segelgenuß: Vor allem bei leichtem bis mittlerem Wind.